Kitas in Rhein-Neckar besonders von Personalnot betroffen
SPD-Antrag zeigt: Einrichtungen in der Region beanspruchen besonders häufig „Erprobungsparagraphen“
Seit zwei Jahren können Kitas in Baden-Württemberg über den sogenannten Erprobungsparagraphen bei Personalmangel von den Personalvorgaben abweichen, zum Beispiel beim Betreuungsschlüssel oder durch Ausnahmen bei der Qualifikation von Fachkräften. Die SPD-Landtagsfraktion mit ihren hiesigen Abgeordneten Sebastian Cuny (Wahlkreis Weinheim) und Jan-Peter Röderer (Wahlkreis Sinsheim) wollte von der Landesregierung wissen, wie häufig dieses und andere Instrumente zur Flexibilisierung genutzt werden. Von insgesamt 485 Nutzungen des Erprobungsparagraphen fanden 55 im Rhein-Neckar-Kreis statt, nur in Karlsruhe ist die Anzahl höher. Zudem ist die Anzahl der gemeldeten Qualitätsmängel in baden-württembergischen Kitas deutlich gestiegen.
SPD-Landtagsabgeordneter Sebastian Cuny aus Schriesheim besorgen die vielen Fälle: „Diese hohe Zahl zeigt, wie groß die Personalnot in vielen Einrichtungen im Rhein-Neckar-Kreis ist. Denn die Nutzung des Erprobungsparagraphen ist nur Augenwischerei: statt den Personalmangel durch eine Fachkräfteoffensive und den Einsatz multiprofessioneller Teams zu beheben, werden die Qualitätsstandards gesenkt. Darunter leiden die Kinder und ihre frühkindliche Bildung sowie die Erzieher:innen selbst.“
Auch der Eberbacher SPD-Landtagsabgeordnete Jan-Peter Röderer kritisiert die grün-schwarze Landesregierung: „Zusatzkräfte können in Kitas eine kurzfristige Lösung für personelle Engpässe sein. Es kann aber nicht sein, dass sie langfristig die Fachkräfte ersetzen. Deshalb muss die Landesregierung endlich ihre Verantwortung ernst nehmen und mehr Geld in die Ausbildung des pädagogischen Personals investieren. Investitionen in Bildung sind immer gut angelegt.“

